Rien ne va plus - wenn aus kleinen Problemen große Hürden werden

Rien ne va plus - wenn aus kleinen Problemen große Hürden werden

Stell dir vor, du hast ein Problem – und keiner sieht oder hört dich.

Man mag sagen, der Vergleich hinkt. Doch ungefähr so fühlt es sich an, wenn man nach Lösungen sucht und die deutsche Sprache noch nicht sicher beherrscht.

Auf der Arbeitsstelle funktioniert vieles inzwischen gut. Man kennt die Begriffe auf Station, weiß, wie die Abläufe sind, und in diesem eigenen, vertrauten Bereich ist eine gewisse Sicherheit entstanden. Man kennt sich aus. Es läuft.

Doch dann passiert etwas.

Nicht dramatisch genug für einen Rettungswagen, aber doch so, dass man plötzlich auf Unterstützung angewiesen ist.

Vielleicht hat man Glück und einen hilfsbereiten Nachbarn.

Im Krankenhaus trifft man jedoch auf einen Arzt, der gestresst oder genervt ist. Weil man sich nicht gut ausdrücken kann, fühlt man sich nicht ernst genommen. Vielleicht wird man sogar unfreundlich behandelt. Nicht unbedingt aus bösem Willen – sondern weil die Kommunikation scheitert.

Anschließend braucht man einen Physiotherapeuten. Vielleicht zusätzlich einen Chiropraktiker.

Und genau dort hört die Selbstständigkeit plötzlich auf.

Einen Termin zu finden ist schon schwierig. Eine Praxis, die neue Patienten aufnimmt, noch schwieriger. Und wenn sie dann auch noch weit entfernt ist, wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell zu einem unlösbaren Problem.

Oder da liegt plötzlich ein Brief im Briefkasten.

Es fehlen angeblich Angaben. Doch das, was angekreuzt wurde, scheint gar nicht zu fehlen. Also muss jedes einzelne Wort gelesen werden, bis man irgendwann entdeckt, was tatsächlich gemeint ist.

Und ich weiß, ich wiederhole mich.

Aber ich erlebe es oft.

Menschen, die hart arbeiten, sitzen in nahezu leeren Wohnungen. Weil sie nicht wissen, wo und wie man in Deutschland zu Möbeln kommt.

Das sind nur wenige Beispiele.

Es gibt so viele weitere Situationen, in denen aus kleinen Problemen große Hürden werden.

Genau deshalb braucht jede Einrichtung eine gute und passende Begleitung für internationale Pflegefachkräfte. Einen Ort, an den sich diese Menschen wenden können. Einen Ansprechpartner, der bereit ist, jeden Tag neue Lösungen zu finden. Jemanden, der flexibel denkt, Menschen miteinander vernetzt, regionale Angebote kennt und auch mal um die Ecke denkt. 

Denn Integration zeigt sich nicht nur auf der Station. Sondern auch dort wo das Leben stattfindet. 

Aus meiner Sicht als Beraterin ist genau das ein entscheidender Erfolgsfaktor. Gute Integration bedeutet nicht nur eine gelungene Einarbeitung. Sie bedeutet, Menschen dabei zu unterstützen, sich auch außerhalb der Klinik eine tragfähige Lebensgrundlage in ihrer neuen Heimat aufzubauen.

Erst dann entsteht das, was sich jede Klinik wünscht: Mitarbeitende, die bleiben. Weil sie nicht nur einen Arbeitsplatz gefunden haben, sondern ein Zuhause.

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